Vorsätze? Nein, Danke!

Wer von euch hat sich am Silvesterabend noch einmal vor Augen geführt, was alles gut und schlecht lief in 2016 und was deshalb in 2017 geändert werden muss?! Und wer von euch hat in den letzten drei Wochen sein Leben ganz konkret daran ausgerichtet?

„Sie müssen das jetzt nicht laut sagen. Es geht darum, dass Sie sich reflektieren.“ So oder so ähnlich würden es wohl unsere Dozenten von uns erwarten. Und da ich als alteingesessene Lehramtsstudentin inzwischen Erfahrungen mit Reflexionen habe, habe ich genau das getan: reflektiert, warum man gute Vorsätze für das neue Jahr braucht.

Mmmh,… irgendwie glaube ich, dass der Jahreswechsel für die meisten Menschen ein Neuanfang bedeutet. Das Alte ist vorbei und etwas Neues beginnt. Deshalb müssen alte Gewohnheiten abgelegt und neue Wege eingeschlagen werden. Das klingt auch sehr vernünftig, aber mal ehrlich, bei wem funktioniert das auf diese Weise? Bei mir nicht. Meistens wache ich am 01. Januar auf und fühle und handle und denke noch genau wie am Tag zuvor. Festzustellen, dass man es schon wieder nicht geschafft hat, frustriert dann eher zusätzlich.

Vielleicht ist es auch einfach eine Ausrede, ein Vor-Sich-Herschieben dessen, was man längst abgelegt beziehungsweise angefangen haben sollte. „Nächstes Jahr mach ich  das besser.“ Mit dieser Aussage impliziert man jedoch gleichzeitig: „Aber jetzt noch nicht. Jetzt mach ich noch das, was ich immer gemacht habe.“ Warum? Weil man eigentlich gar nicht aufhören will. Weil man viel zu sehr an seinen schlechten Angewohnheiten hängt. Sonst könnte man sie auch sofort ablegen. Gleich heute, am Montag, dem 23.01.2017. Oder Morgen. Oder im Juni. Oder schon am 29. Dezember.

Als ich auf mein Jahr 2016 zurückgeblickt habe, habe ich voller Freude festgestellt, dass es einen riesen Berg an Veränderungen gab. Nichts davon hätte ich am 31.12.2015 in dieser Weise erwartet oder mir vorgenommen. Ich hab es einfach gemacht, als es an der Reihe war.

Wisst ihr was jetzt (logisch betrachtet) gerade an der Reihe wäre? Lernen. Hausarbeiten schreiben. Endlich anfangen, damit ich vorwärts komme. Stattdessen kümmere ich mich um andere Sachen. Aber ich weiß, dass der Moment kommen wird. Der Moment,  von welchem an ich fleißig sein werde. Selbst wenn es erst kurz vor knapp ist.

Das zu wissen ist wirklich beruhigend. Also macht euch keine Sorgen, falls das mit den Vorsätzen mal wieder nicht geklappt hat. Tief in eurem Innern wisst ihr, was anders laufen müsste. Ab einem bestimmten Punkt werdet ihr euch nicht mehr dazu zwingen müssen, etwas zu ändern. Der Gedanke tobt ja schon durch euren Kopf. Eines Tages könnt ihr ihm nicht mehr entkommen.

Einen guten Vorsatz sollte man also definitiv mit ins neue Jahr nehmen: keine Vorsätze für das neue Jahr. Einfach nur handeln, wenn es an der Reihe ist.

Es liegt nicht in meiner Absicht jemanden mit diesem Beitrag anzugreifen. Ich beneide jeden, für den Neujahrsvorsätze funktionieren. Für diejenigen unter uns, für die das nicht so ist (hier schließe ich mich mit ein), soll dieser Beitrag eine kleine Aufmunterung sein.

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